Weltcup Fechten Germany 2012
Home Kontakt Impressum
Weltcup Fechten Germany 2008 Weltcup Rollstuhl Fechten Germany 2012 Weltcup Rollstuhl Fechten Germany 2012 Weltcup Rollstuhl Fechten Germany 2012


Mit Rolli und Säbel an die Weltspitze

ROSTOCK/MALCHOW - "Sobald der Andere seine Maske aufsetzt ist er nur noch ein Gegner. Es ist mir egal, welche Erfolge er bis dahin hatte. Ich weiß, dass alle, gegen die ich antrete, hervorragend fechten können. Aber ich weiß ebenso, dass ich das auch kann."An Selbstbewusstsein mangelt es dem 24-jährigen Rostocker Rollstuhlfechter Dimitrij Rout nicht. Doch diese Coolness wirkt nicht gespielt, sie ist authentisch. Rout, der von Geburt an an einer spastischen Lähmung seiner Beine leidet, kann es sich leisten. Als mehrfacher Landes- und deutscher Meister steht er auf Platz acht der Weltrangliste. Und schon heute kann er die nächsten Punkte auf dem Weg an die Weltspitze sammeln, denn der Weltcup der Rollstuhlfechter macht an diesem Wochenende in Malchow Station.

Mehr als 100 Fechter aus 15 Nationen haben sich für den Wettkampf gemeldet. "Ein starkes Feld, besonders die Sportler aus Frankreich, Polen und Russland werden gut in Form sein", schätzt Rout seine Gegner ein. Doch Angst vor der Konkurrenz hat er nicht. "Respekt gehört dazu, aber man darf sich nicht verrückt machen." Doch der Profi hat trotz vieler Wettbewerbe, auch auf internationalem Parkett, mit der Aufregung unmittelbar vor dem ersten Stoß zu kämpfen. "Das ist Adrenalin pur, ein wahnsinniges Gefühl."

Mit dem Degen und seiner Lieblingswaffe, dem Säbel, tritt er im Einzelwettkampf an, zudem mit der Säbelmannschaft. "Der Reiz des Säbels liegt darin, dass nicht nur Stöße mit der Spitze, sondern auch Hiebe mit der Klinge zählen. Deshalb muss man Säbelangriffe viel genauer vorbereiten. Es ist wie im Schach, du denkst drei Schritte voraus."
 

Zwei Verrückte, die sich auf die Maske hauen


Den Weg zum Fechtsport fand Dimitrij Rout, der 1996 mit seiner Famile als Spätaussiedler nach Deutschland kam, mehr oder weniger zufällig. "Nach unserer Übersiedlung habe ich hier in der Schule mit Schwimmen angefangen, später zum Rollstuhlbasketball gewechselt und es sogar mit ,normalem' Basketball probiert. Aber das war alles Breitensport." Durch eine befreundete Familie, die seit Jahren Fechtsport betreibt, wurde er darauf aufmerksam. "Mein heutiger Trainer, Oleksander Bondar, hat auf einem Lehrgang vom Rollstuhlfechten erfahren, und da ich der Einzige mit Behinderung war, den er kannte, hat er mich gefragt, ob ich das nicht mal ausprobieren will."

Die Begeisterung des damals 18-Jährigen hielt sich in Grenzen: "Ich hab nur gemeint ,das ist doch Blödsinn, da laufen zwei verrückte Typen aufeinander zu und hauen sich auf die Maske, was ist das bitte für ein Sport?'", erzählt er und muss lachen. "Doch dann habe ich es versucht und fand es spannend, und Oleksander scheint auch ein gewisses Talent bei mir erkannt zu haben."

Schnell wird aus der fixen Idee Ernst, das Training im Verein TUS Makkabi Rostock intensiver. Bis zu sechsmal pro Woche steht der gelernte Bürokaufmann neben seiner Arbeit im Sportbüro von Makkabi Rostock in der Turnhalle, übt Angriffe und Verteidigung. Auch Sportskameraden ohne Handicap nehmen immer wieder gern im Rollstuhl gegenüber Platz und Messen sich mit ihm. "Das ist normal und für beide Seiten ein super Training", sagt Rout.

Bereits nach einem Jahr holt Rout seine erste Medaille bei den deutschen Meisterschaften, 2005 wird er deutscher Vizemeister und schafft es 2006 erstmals an die Spitze der deutschen Rollstuhlfechter. Die Enttäuschung kommt 2008, als er wegen Meinungsverschiedenheiten mit der Nationaltrainerin trotz einer Nominierung vom IOC nicht zu den Paralympics nach Peking fahren kann. Dem Tiefpunkt folgt der Höhepunkt seiner bisherigen Karriere: Rang 5 bei der Europameisterschaft 2009 in Warschau

Mit den Paralympics 2012 steht auch das nächste große Ziel. Vorerst jedoch steht Malchow auf dem Programm. "Ich will eine Einzelmedaille. Bei der Mannschaft müssen wir erst schauen, wo wir stehen."

Links zu diesem Artikel:
http://www.nnn.de/home/top-thema/article//m ... »
« zurück zur Übersicht 07.01.2010, NNN.de
Aktuelles
  • 28/09/2013
    Herr Lorenz Caffier Minister für Inneres und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern übernimmt die Schirmherschaft für den World Cup 2014
  • 28/09/2013
    Die Firma KLOSS NEW ENERGY ist Hauptsponsor des IWAS World Cups 2014 in Malchow (Deutschland)
    weiterlesen »


Sponsoren & Partner